Was tun mit alten PC's ?
 

Um Deutschlands Computer-Haushalte ist es schlecht bestellt: Nur 40 Prozent der Rechner arbeiten mit modernen Pentium-Prozessoren. Der Rest begnügt sich mit älteren CPU-Generationen. Wozu auch aufrüsten, wenn es der alte 486er noch tut? Damit lassen sich zwar Aufgaben wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation erledigen, bei der verfügbaren Software bleiben aber meist Bedienungskomfort und Arbeitsgeschwindigkeit auf der Strecke. Leistungshungrige Applikationen wie CAD, Grafik oder 3D-Spiele sind nur eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich. Mehr Rechenpower heißt also die Devise. Meist kann man durch den bloßen Zukauf von ein oder zwei Komponenten noch richtig viel herausholen.

Wann aufrüsten?
Besitzer eines PC-Systems mit 386-CPU haben nur wenig Möglichkeiten zum System-Tuning. In diesen Rechnern ist nicht nur der Prozessor langsam, sondern auch der Rest der Hardware. Denn ISA-Bus, ISA-Grafikkarte und Festplatten mit 80 MByte reichen für moderne Anwendungen definitiv nicht aus. Beim Arbeitsspeicher ist meist nach 4 MByte, spätestens nach 16 MByte Schluß. Anstatt alle Komponenten (von Gehäuse und Floppy-Laufwerk mal abgesehen) auszutauschen, lohnt sich schon aus Kostengründen ein komplett neues System. Gleiches gilt natürlich für Geräte auf 286er-Basis. Die Leistungsmerkmale von 486-PCs sind sehr unterschiedlich. So ist ein 80486-DX4 mit 100 MHz vergleichbar mit einem Pentium/75 MHz. Mit ein wenig Komponentenaufrüstung kann man auch anspruchsvolle Windows-95-Software effizient laufen lassen. Ältere PCs, etwa mit 80486-DX-Prozessor und 33 MHz Taktfrequenz, basieren meist nur auf ISA, bieten wenig Performance. Manche 486er Boards verfügen zusätzlich über einen Local-Bus (VESA oder EISA). Ist dort bereits eine Grafikkarte installiert, stimmen schon mal die Voraussetzungen. Noch besser, wenn ein PCI-Bus vorhanden ist. Denn dieser bietet grundsätzlich gutes Upgrade-Potential. Tendenziell ist aber auch bei 486ern der Kauf eines neuen Systems der Nachrüstung vorzuziehen.

Wer bereits ein Pentium-System besitzt, ist dagegen fein raus. Hier gibt es zahlreiche Aufrüstmöglichkeiten. Als sinnvolles Minimum zum angenehmen Arbeiten unter Windows 95 empfiehlt sich ein Pentium/133 MHz mit 24 MByte Arbeitsspeicher, PCI-Grafikkarte, 1 GByte große IDE-Festplatte. Mit einem Pentium  oder Pentium-Pro/200 MHz, 64 MByte RAM, PCI-Grafikkarte mit 4 MByte Videospeicher und einer großen SCSI-Festplatte hat man selbst unter Windows NT wieder Spaß an der Arbeit.

Neuer Prozessor
Mit einem neuen, schneller getakteten Prozessor läßt sich die Rechenleistung deutlich steigern. Doch nicht jede CPU paßt auf jedes Motherboard. Zum einen ist wichtig, daß der Prozessorsockel auch für das neue Modell geeignet ist, zum anderen muß die entsprechende Taktfrequenz unterstützt werden. In einigen Fällen ist auch ein BIOS-Update nötig. Für 486-Besitzer bietet sich entweder die 486-Pentium-Overdrive-Lösung von Intel an (vergleichbar mit Pentium/66 MHz) oder sogenannte 5x86 Prozessoren von AMD und Cyrix. Sie sind aber keine reinrassigen Pentium-CPUs, sondern optimierte 486er, die intern mit 120 MHz getaktet werden. Wer höher hinaus und einen reinrassigen Pentium-Prozessor will, kommt um ein neues Motherboard nicht herum. Der resultierende Geschwindigkeitsgewinn steht aber in den meisten Fällen in sehr schlechter Relation zu den Kosten. Aufpassen heißt es auch bei Pentium-Rechnern. Kritischer Punkt ist der Sockeltyp, in dem der Prozessor steckt, und die nötige Versorgungsspannung. Entsprechende Hinweise hierzu finden sich im Handbuch des Motherboards. Wer noch ein Mainboard auf Socket-5-Basis hat, kann maximal auf 133 MHz aufrüsten, mit Intel Overdrive-Prozessoren kommt man immerhin auf 166 MHz und kann bei einigen Modellen sogar MMX-Features nutzen. Ein Umstieg auf Pentium-Pro (Socket 8) oder Pentium-II (Slot 1) bedeutet aber auf jeden Fall den Kauf eines neuen Motherboards.

Mehr Arbeitsspeicher
Die Erweiterung des Hauptspeichers bringt teilweise sogar mehr Performance als ein CPU-Upgrade. Gerade Windows-Anwender wissen davon ein Lied zu singen. Zum einen verbraucht schon das Laden des Betriebssystems viel Speicher, zum anderen sind die Applikationen regelrechte RAM-Fresser. Reicht die vorhandene Kapazität nicht aus, lagert das Betriebssystem Speicherbereiche auf die Festplatte aus, dieses sogenannte Swapping führt zu erheblichen Leistungseinbußen. Für Windows 3.1 sind 12 MByte optimal, für Windows 95 sollten es mindestens 16 MByte sein, mit 32 MByte bleiben kaum Wünsche offen. Wer Windows NT richtig nutzen möchte, investiert am besten in 64 MByte Speicher. Nicht nur Pentium-, auch 486-User können durch Speicheraufrüstung viel Performance aus ihrem Rechner herausholen. Und das für wenig Geld, denn die RAM-Preise sind attraktiv.

Schnellere Grafikkarte
Je nach Grafikkartentyp lohnt der Austausch gegen ein neues Modell. Wer noch eine ISA-Grafikkarte hat, erzielt große Wirkung beim Umstieg auf ein PCI-Modell. Alte 486-Systeme werden jedoch nur in den wenigsten Fällen über ein derartiges Bussystem verfügen. Die Aufrüstung ist dann nur mit neuem Motherboard und, damit einhergehend, neuem Prozessor möglich. Pentium-Systeme bieten auf jeden Fall entsprechende Steckplätze. Wesentliche Qualitätsmerkmale sind ein großer Videospeicher und ein Windows-Beschleuniger-Chip. Letzterer ist in beinahe allen auf dem Markt erhältlichen Karten enthalten. Der Speicher sollte nach Möglichkeit 2 MByte groß sein. Mit 4 MByte ergeben sich noch deutliche Leistungssteigerungen. Leidenschaftliche Spieler sollten auf keinen Fall auf erweiterte 3D-Beschleunigung verzichten. Wer hingegen professionell arbeitet, muß unbedingt auf Open-GL-Unterstützung achten. Wer ein ruhigeres, augenschonendes Bild möchte, braucht eine hohe Bildwiederholfrequenz. Als Richtlinie sollte die Grafikkarte 1024 x 768 Punkte bei einer Wiederholfrequenz von 72 Hz schaffen. Bei höherer Farbtiefe sinkt die Frequenz entsprechend.

Größere Festplatte
Moderne Festplatten bieten neben schnellerer Zugriffszeit auch wesentlich höhere Datentransfer-Raten - die perfekte Tuning-Möglichkeit. Zudem ist der Preis pro Megabyte mittlerweile stark gefallen. Wer seine Daten schneller in den Arbeitsspeicher katapultieren will und auch mehr Festplattenvolumen möchte, kann jetzt bedenkenlos zugreifen. Besitzer eines Systems mit normalem IDE-Controller haben hingegen schlechte Karten. Denn erst mit Enhanced IDE ist eine Plattengröße von mehr als 512 MByte möglich. Zudem unterstützt gerade bei alten 486-Boards das BIOS keine größeren Festplatten. Aber auch bei einigen Pentium-Boards muß erst ein BIOS-Update durchgeführt werden. Alte ISA-Systeme kann man mit einer schnellen SCSI-Festplatte ausstatten. Diese weist gegenüber IDE meist höhere Umdrehungszahlen und somit höhere Datentransfer-Raten auf. Voraussetzung ist hier ein ISA-SCSI-Controller. In Pentium-Systeme setzt man zweckmäßig einen PCI-SCSI-Controller ein. Wer sich eine neue Festplatte anschafft, sollte auf keinen Fall bei der Größe sparen und ein zukunftssicheres Modell wählen. Unter 2 GByte sollte man heute eigentlich nicht mehr anfangen. Software-Sammler legen sich am besten eine Platte zwischen 4 und 10 Gigabyte zu.

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